Putin und Biden in Genf
Sehnsucht nach der „kontrollierten Konfrontation“: Was der Kreml vom Gipfel erwartet
Wie die USA will Russland ein geordnetes Verhältnis zu seinem Kontrahenten. Für den Kreml steht die internationale Sicherheitsarchitektur im Vordergrund. Kommentare zum Repressionsgeschehen im Land verbittet man sich.
Biden und Putin treffen sich am Mittwoch zum rhetorischen Schlagabtausch in Genf Fotos: AFP
Wladimir Putins Reise nach Genf ist seine erste Auslandsvisite seit langem. Im Januar 2020 noch absolvierte er Besuche in Syrien, Deutschland und Israel. Doch dann kam die Corona-Krise – und mit ihr sein Umzug ins Home-Office. Seit Beginn der Pandemie hat der Kreml-Chef die Öffentlichkeit gemieden, bevorzugt über Video-Schalte konferiert und selbst in Russland nur ausgewählte Termine in der Gegenwart anderer Personen absolviert – unter strengsten Corona-Auflagen für sein Gegenüber selbstverständlich. Der Gipfel in Genf ist Putin also hinreichend wichtig, um von seinen gewohnten Arbeitsabläufen abzuweichen.