Deutschland

Sechs Tote in Stade – Was bisher über die Tat bekannt ist

In einer Stadt westlich von Hamburg sterben mehrere Menschen durch Schüsse. Immer mehr Details werden bekannt.

Bunte Blumen vor dem Gebäude einer Jugendeinrichtung im urbanen Umfeld, Symbol für Jugendförderung und Gemeinschaft

Blumen liegen nahe einem Gebäude einer Jugendeinrichtung Foto: Kai Moorschlatt/dpa

Nach Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade in Deutschland sind sechs Menschen tot. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen. Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Was Ermittler bisher über das Verbrechen mitteilen – und was noch unklar ist.

Was wir wissen

Opfer: Es gibt sechs Tote. Die erwachsenen Opfer sind offiziellen Angaben zufolge alle Mitarbeiter der Jugendeinrichtung. Wie die Polizei mitteilte, starben fünf Menschen vor Ort, eine sechste Person erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Unter den Opfern sind laut Polizei vier Frauen und zwei Männer. Die Einsatzkräfte fanden demnach vier Tote in der Einrichtung. Eine weitere Person sei vor dem Haus reanimiert worden – jedoch ohne Erfolg. Eine einstellige Zahl an Menschen ist laut den Beamten zudem zum Teil schwer verletzt.

Täter: Die Polizei hat eine Person festgenommen – den mutmaßlichen Schützen. Beim Verdächtigen handelt es sich laut der Lüneburger Polizeipräsidentin um einen in Deutschland geborenen, 45-jährigen Mann mit türkischen Wurzeln aus dem Raum Hannover. Er floh offiziellen Angaben zufolge zunächst als Beifahrer in einem Auto, das von einer Frau gesteuert wurde. Sie habe eine enge Verbindung zur Familie des Mannes, hieß es. Auch sie ist laut Polizei in Gewahrsam. Gegen den mutmaßlichen Täter lägen polizeiliche Erkenntnisse vor, unter anderem aus dem Bereich der Bedrohung, führte die Polizeipräsidentin am Abend aus.

Tatort: Die Schüsse sind in einer Jugendeinrichtung gefallen. Dort sind Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht.

Motiv: Hintergrund der Tat war vermutlich ein Sorgerechtsstreit, wie Polizeipräsidentin Schuol sagte. Der mutmaßliche Täter hatte den Angaben nach in der Einrichtung einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter – zusammen mit vielen seiner Opfer.

Was wir nicht wissen

Opfer: Zur genauen Identität der Toten ist bislang nichts bekanntgegeben worden. Das Kind und die Mutter sind allerdings nicht unter den insgesamt sechs Toten. Es ist unklar, wie viele Menschen genau verletzt sind.

Haftbefehl: Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft wurde bisher kein Haftbefehl für den Mann erlassen. Es sei noch offen, ob und wann dieser am Dienstag beantragt werde. Das hänge von den weiteren Ermittlungsergebnissen der Polizei ab.

Beziehung: In welchem Verhältnis die Opfer und der Tatverdächtige genau stehen, ist bislang nicht bekannt.

Tathergang: Was genau gegen 12.10 Uhr in den Räumen der Einrichtung geschah, ist noch offen.

Tatwaffe: Unklar ist auch, wie der mutmaßliche Täter an die Waffe gekommen ist. Er habe jedenfalls keine waffenrechtliche Erlaubnis gehabt, so die Polizeipräsidentin.

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