Einigung
Russland darf Militärbasen in Syrien weiter nutzen – als Ausbildungszentren
Der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim und der Marinestützpunkt Tartus sind die einzigen russischen Militärbasen im Ausland, die nicht in ehemaligen Sowjetstaaten liegen.
Regiert seit Januar 2025 als Übergangspräsident in Syrien: Ahmed al-Scharaa Foto: AFP
Die syrische Übergangsregierung hat nach eigenen Angaben eine Grundsatzeinigung mit der Regierung in Moskau über die weitere Nutzung der beiden verbliebenen russischen Militärstützpunkte im Land erzielt. Die Armeeeinrichtungen am Marinestützpunkt Tartus und am Luftwaffenstützpunkt Hmeimim sollten in „gemeinsame Ausbildungszentren“ umgewandelt werden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Sana am Sonntag unter Berufung auf das Außenministerium in Damaskus.
Der Schritt erfolge im Rahmen neuer Vereinbarungen, welche „die beiderseitigen Interessen wahren“, meldete Sana weiter. Die Umwandlung solle binnen drei Monaten vollzogen werden. Der Eckpunktevereinbarung gingen anderthalb Jahre dauernde Verhandlungen voraus.
Damaskus fordert Auslieferung von Assad
Der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim und der Marinestützpunkt Tartus sind die einzigen russischen Militärbasen im Ausland, die nicht in ehemaligen Sowjetstaaten liegen. Beide befinden sich im Westen Syriens an der Mittelmeerküste.
Russland war ein wichtiger Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad während des 14 Jahre lang andauernden Bürgerkriegs in Syrien. Moskau unterstützte damals die syrische Armee, indem russische Soldaten Luftangriffe auf die von Dschihadisten kontrollierten Gebiete flogen.
Nach Assads Sturz durch Dschihadisten im Dezember 2024 büßte Russland stark an Einfluss in der Region ein, hoffte jedoch, seine militärische Präsenz in dem Land aufrechterhalten zu können.
Bei einem Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Moskau Ende Januar lobte der russische Präsident Wladimir Putin dessen Erfolge. Keiner der beiden sprach dabei die militärische Präsenz Russlands in Syrien an – obwohl Kremlsprecher Dmitri Peskow angekündigt hatte, diese werde „zweifelsohne“ Thema sein.
Assad war nach seinem Sturz mit seiner Familie nach Russland geflohen und hält sich seitdem in Moskau auf. Damaskus hat wiederholt seine Auslieferung gefordert.