Schottland
Rückschlag für Unabhängigkeit: Galionsfigur Sturgeon war kurzzeitig in Haft
Schwerer Schlag für die Befürworter der schottischen Unabhängigkeit: Ihre Galionsfigur, die frühere Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon, zählt seit Sonntag offiziell zu den Beschuldigten in der peinlichen Finanzaffäre der Nationalpartei SNP. Prominente Abgeordnete streiten öffentlich darüber, ob die Mitgliedschaft der langjährigen Partei- und Regierungschefin suspendiert werden müsse. Dafür gebe es keine Veranlassung, glaubt Sturgeons Nachfolger Humza Yousaf: „Die Unschuldsvermutung gilt für alle.“
Das Haus von Nicola Sturgeon und ihrem Ehemann Peter Murrell in Glasgow steht unter Beobachtung der Medien Foto: AFP/Andy Buchanan
Der Schatten eines Ermittlungsverfahrens lastet seit rund zwei Jahren über der seit Jahren unangefochtenen Nationalpartei. Dabei geht es um die Summe von umgerechnet 778.000 Euro. Das Geld hatte die SNP zwischen 2017 und 2020 von Unterstützern als Kriegskasse für das angestrebte neuerliche Referendum über Schottlands Unabhängigkeit zusammengebettelt, nachdem die Schotten sich mit 55:45 Prozent für den Fortbestand der Union entschieden hatten.