Covid-19
RKI streicht Luxemburg von der deutschen Liste der Risikogebiete
Luxemburg wird in Deutschland nicht mehr als Risikogebiet geführt. Das Robert Koch-Institut reagiert damit auf die sinkenden Fallzahlen der letzten Wochen. In der Praxis bedeutet das, dass Luxemburger ab Sonntag wieder ohne Einschränkungen nach Deutschland fahren können. Nur bei einer Anreise mit dem Flugzeug muss noch ein negatives Testergebnis vorgelegt werden.
Seit Sonntag können Luxemburger wieder problemlos nach Deutschland fahren Foto: dpa/Harald Tittel
Schluss mit der Anmeldepflicht, dem Testnachweis und den Sonderregelungen: Luxemburger dürfen am Sonntag ab Mitternacht wieder ohne Einschränkungen nach Deutschland einreisen. Ab diesem Zeitpunkt nämlich gilt das Großherzogtum offiziell nicht mehr als Risikogebiet. Das deutsche Auswärtige Amt folgt damit den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI), das am Freitag Luxemburg und vier weitere europäische Staaten von der Liste gestrichen hat.
Seit dem 11. Juni liegt die Inzidenz in Luxemburg stabil unter 50. Das ist der Grenzwert, den das RKI für die Einstufung eines Risikogebietes festgelegt hat. „Maßgeblich für die quantitative Bewertung sind tatsächliche und stabile Trends des Infektionsgeschehens, nicht Momentaufnahmen. Daher wird für die Risikobewertung, abhängig von der jeweiligen Situation, in der Regel die Entwicklung des Inzidenzgeschehens über wenigstens eine Woche herangezogen“, hieß in einer Antwort des deutschen Außenministeriums auf eine diesbezügliche Anfrage von volksfreund.de.
Dabei stützten sich Bundesregierung und RKI auf Zahlen und Auswertungen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Dieses hatte Luxemburg auf seiner Covid-19-Risikokarte am Freitagmorgen wieder als grün eingestuft. Damit gehört das Großherzogtum nun zu den europäischen Ländern mit einer niedrigen Inzidenzrate, in denen keine besonderen Einschränkungen mehr gelten und die Freizügigkeit der Menschen nicht weiter eingeschränkt wird.
Daneben wurden auch Dänemark, Lettland, Slowenien und die Niederlande mit Ausnahme der Überseegebiete Aruba und Sint Maarten vom RKI herabgestuft. In Kroatien wird die Region Varazdin nicht mehr als Risikogebiet eingestuft, in Schweden gelten nur noch die Provinzen Kronoberg, Norrbotten und Värmland als bedenklich.
Eine Liste mit Folgen
Die berüchtigte Liste des deutschen Robert Koch-Instituts ist seit Beginn der Pandemie ein Thema in Luxemburg. Mit Ausnahme einiger Wochen im Sommer letzten Jahres wurde das Großherzogtum fast ununterbrochen vom großen Nachbarland als gefährliches Corona-Risikogebiet eingestuft, was auf öffentlicher wie auf politischer Seite für Diskussionen sorgte. Zeitweilig waren die Grenzübergänge sogar abgeriegelt, was vor allem bei den betroffenen Grenzgängern für Unmut sorgte.
Bis auf einige Ausnahmen mussten Bürger vor ihrer Einreise aus Luxemburg im Netz eine digitale Anmeldung ausfüllen. Gleichzeitig mussten Betroffene innerhalb von 48 Stunden auf dem gleichen Portal ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder eine Genesungsbescheinigung hochladen. Andernfalls hätte man sich sofort nach Ankunft in Quarantäne begeben und zehn Tage lang absondern müssen.
Eine Ausnahmeregelung galt nur für Rheinland-Pfalz. So durften sich Rheinland-Pfälzer etwa drei Tage lang ohne weitere Vorgaben oder Folgen in Luxemburg aufhalten. Sie mussten sich weder anmelden noch einen Testnachweis erbringen. Gleiches galt auch für Einreisende aus Luxemburg, die sich weniger als 24 Stunden in Rheinland-Pfalz aufhielten. Seit Sonntag gehören diese Einschränkungen und Sonderregelungen – zumindest bis auf Weiteres – der Vergangenheit an. Eine Testpflicht besteht dann nur noch bei der Anreise mit dem Flugzeug.
Strenge Vorgaben für Portugal und Russland
Während Luxemburg von der Liste gestrichen wurde, gelten die Region Zadar in Kroatien sowie Fidschi und Ruanda als neue Risikogebiete. Portugal und Russland hingegen wurden als Virusvariantengebiete eingestuft, für die besonders strenge Regeln bei der Einreise nach Deutschland gelten. Diese Einstufung gilt ab Dienstag um Mitternacht. Die Einstufung Portugals gilt zunächst für zwei Wochen, eine Verlängerung ist aber möglich, wie das RKI nun mitteilte.
In Portugal und Russland waren die Corona-Infektionszahlen zuletzt wieder stark angestiegen. Die portugiesische Hauptstadt Lissabon wurde wegen einer starken Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus weitgehend abgeriegelt, in Russland sind die Metropolen Moskau und St. Petersburg besonders stark betroffen.
Als Virusvariantengebiete werden Länder oder Regionen eingestuft, in denen ansteckendere Varianten des Coronavirus verbreitet auftreten. Bei den anderen Risikogebieten unterscheidet das RKI zwischen einfachen Risikogebieten mit erhöhtem Infektionsrisiko und Hochinzidenzgebieten, in denen die Fallzahlen und das Infektionsrisiko besonders hoch sind. Für Einreisen aus allen Corona-Risikogebieten gelten rechtliche Vorgaben für Kontrollen, Test- und Quarantänepflichten. Bei Hochinzidenzgebieten und Virusvariantengebieten sind diese Vorgaben besonders streng.
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