Einsatz von Bodentruppen nicht ausgeschlossen
Pentagonchef Hegseth: Kommende Tage im Iran-Krieg sind entscheidend
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die kommenden Tage als ausschlaggebend im Iran-Krieg bezeichnet.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sieht entscheidende Tage auf den Iran zukommen Foto: Getty Images via AFP
„Die kommenden Tage werden entscheidend sein“, sagte Hegseth am Dienstag vor Journalisten im Pentagon. Einen Einsatz von Bodentruppen schloss er erneut nicht aus. Er deutete aber an, dass dies vom Verlauf der Gespräche mit dem Iran abhänge.
Zur Frage nach Bodentruppen sagte Hegseth, der sich selbst „Kriegsminister“ nennt: „Wenn es nötig wäre, könnten wir diese Optionen im Auftrag des Präsidenten der Vereinigten Staaten und dieses Ministeriums umsetzen.“ Womöglich müssten die USA dies aber nicht tun, „vielleicht funktionieren die Verhandlungen“, sagte Hegseth weiter. Über die Gespräche mit Teheran sagte er: „Ich denke, sie gewinnen an Stärke.“
US-Medien hatten über einen möglichen Einsatz von Bodentruppen berichtet. Laut „Wall Street Journal“ erwägt US-Präsident Donald Trump, die Uran-Vorräte des Iran zu bergen, um das Land am Bau von Atomwaffen zu hindern. Trump selbst sprach überdies von einer möglichen Einnahme der iranischen Ölinsel Charg. Zuletzt drohte er dem Iran damit, die für den Ölexport wichtige Insel „in die Luft zu jagen und vollständig zu vernichten“, sollte es keine Verhandlungslösung geben.
Hegseth teilte überdies mit, er habe am Samstag die US-Soldaten in der Nahost-Region besucht, die an dem Militäreinsatz gegen den Iran beteiligt sind. US-Generalstabschef Dan Caine bekräftigte, die USA hätten seit Ende Februar mehr als 11.000 Ziele angegriffen. Die US-Armee zerstöre weiterhin Irans Fähigkeiten im Bereich ballistischer Raketen und Drohnen. Zudem gingen die Streitkräfte gegen die iranische Marine vor und gegen das Legen von Seeminen.
Keine Militäraktion in Straße von Hormus
Trump hingegen will die Öffnung der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus einem Zeitungsbericht zufolge nicht militärisch erzwingen. Trump sei bereit, den Krieg zu beenden, auch wenn die für den Öl- und Gashandel wichtige Meerenge weiterhin großteils gesperrt sei, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montagabend (Ortszeit). Im Iran billigte ein Parlamentsausschuss unterdessen Pläne für die Erhebung von Gebühren für Schiffe, welche die Straße von Hormus passieren wollen.
Trump und seine Berater seien zu dem Schluss gekommen, dass ein Militäreinsatz zur Öffnung der Straße von Hormus den Krieg zu sehr in die Länge ziehen würde, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf Regierungskreise in Washington. Stattdessen wolle sich der US-Präsident auf die Ziele konzentrieren, die iranische Marine und das Raketenarsenal des Landes außer Gefecht zu setzen.
Der Iran solle laut Trumps Plänen diplomatisch unter Druck gesetzt werden, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, berichtete das WSJ weiter. Würden diese diplomatischen Anstrengungen fehlschlagen, sollten die Verbündeten der USA in Europa und in der Golfregion nach den Vorstellungen Trumps „die Führung dabei übernehmen, die Meerenge wieder zu öffnen“.
Am Montag hatte Trump Teheran ein Ultimatum für die Öffnung der Straße von Hormus gesetzt und mit der Zerstörung iranischer Kraftwerke gedroht, falls der Iran die Meerenge nicht innerhalb der gesetzten Frist freigebe. Allerdings verlängerte der US-Präsident das Ultimatum wegen angeblich „sehr guter“ Gespräche mit Teheran. Nach jüngstem Stand soll es am kommenden Montag auslaufen.