Großbritannien
Neuer Premierminister Burnham: Britische Politik muss besser werden
Mit sonnigem Optimismus hat der Labour-Politiker Andy Burnham die Macht im Vereinigten Königreich von seinem Parteikollegen Keir Starmer übernommen.
Hohe Erwartungen begleiten den früheren Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, in die Downing Street Foto: Peter Nicholls/AFP
In seiner fünfminütigen Ansprache in der Downing Street stellte der 56-Jährige am Montagmittag seiner Generation politischer Akteure kein gutes Zeugnis aus: „Wir waren nicht gut genug, wir müssen besser werden.“ Im unverkennbaren Jargon seiner Heimatstadt Manchester kündigte der neue Regierungschef einen Zehn-Jahres-Plan, aber auch Sofortmaßnahmen an. Die erste Instruktion an die Beamtenschaft lautete: „Wir wollen die Obdachlosigkeit beenden.“
Der bisherige Bürgermeister von Manchester gehört erst seit einem Monat wieder dem Londoner Unterhaus an, wo er zu Beginn des Jahrhunderts schon einmal 15 Jahre ein Mandat innehatte. Als Premierminister trägt er seit Einführung des Amtes 1721 die Nummer 59. In diesen 305 Jahren gab es naturgemäß auch früher schon Perioden der Instabilität; am Montag aber erlebte das Land den sechsten Wechsel im wichtigsten Regierungsamt binnen zehn Jahren. Dieser Tatsache sei er sich sehr bewusst, beteuerte Burnham: „Großbritannien muss der Welt zeigen, dass wir unsere Stabilität wiedergewinnen können.“