Israel
Netanjahu droht dem Iran im Falle eines Angriffs mit entschlossener Antwort
Der israelische Regierungschef stellt dem Iran im Fall eines Angriffs eine Antwort in Aussicht, „die sie sich nicht einmal vorstellen können“.
Benjamin Netanjahu hat dem Iran für den Fall eines Angriffs gegen Israel mit einer entschlossenen Antwort gedroht Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat dem Iran für den Fall eines Angriffs gegen Israel mit einer entschlossenen Antwort gedroht. Wenn die Iraner „den Fehler machen, uns anzugreifen, werden sie mit einer Antwort konfrontiert sein, die sie sich nicht einmal vorstellen können“, sagte Netanjahu am Donnerstag bei einer im Fernsehen übertragenen Ansprache bei einer Militärzeremonie.
Die USA hatten zuletzt ihre Militärpräsenz in der Golfregion massiv verstärkt, Präsident Donald Trump drohte dem Iran mehrfach mit einem Militäreinsatz. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte am Mittwoch in Washington, es gebe „viele Gründe und Argumente“ für einen Angriff auf den Iran. „Der Iran wäre sehr gut beraten, ein Abkommen zu schließen“, fügte sie mit Blick auf die im Februar wieder aufgenommenen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm hinzu.
Kein Wiederaufbau ohne Hamas-Entwaffnung
Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung des Oman die Verhandlungen über das Programm wieder aufgenommen. Eine zweite Runde indirekter Gespräche hatte am Dienstag in Genf stattgefunden. Die derzeitigen Verhandlungen sind die ersten seit dem zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran im Juni vergangenen Jahres. Die USA hatten an der Seite Israels in den Krieg eingegriffen und mehrere Atomanlagen im Iran bombardiert.
Mit Blick auf den Gazastreifen sagte Netanjahu, dass es keinen Wiederaufbau des Gebiets geben werde, bevor die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas entwaffnet sei. „Wir haben mit unserem Verbündeten, den Vereinigten Staaten, vereinbart, dass es vor der Entmilitarisierung des Gazastreifens keinen Wiederaufbau geben wird“, sagte Netanjahu.
Erste Friedensrat-Sitzung in Washington
In Washington fand unterdessen die erste Sitzung des sogenannten Friedensrats unter dem Vorsitz Trumps statt, an der rund zwei Dutzend Staats- und Regierungschefs und hochrangige Vertreter teilnahmen. Im Mittelpunkt des ersten Treffens stand die Situation im Gazastreifen.
Seit dem 10. Oktober vergangenen Jahres gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, die mit ihren Massakern in Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst hatte. Beide Seiten werfen sich immer wieder Verstöße vor. Israel pocht auf eine Entwaffnung der Hamas und die Zerstörung des von den Islamisten genutzten Tunnelsystems in dem Palästinensergebiet. Die Hamas lehnt eine Entwaffnung strikt ab.