Meinung

Nach ihrem Parteitag setzen die deutschen Grünen nun auf Arbeitsteilung

Wenn man so will, kann man Annalena Baerbock nach Ende ihrer Rede auf dem Parteitag der Grünen gleich die nächste Panne attestieren. Sie raunte ihrem Co-Vorsitzenden Robert Habeck das Wort „Sch…“ zu, da war das Mikro noch offen. Kann passieren, aber der Fauxpas hat ein wenig den Versuch eines Neustarts überschattet. Oder neuen Aufbruchs, wie Baerbock vom Podium aus rief.

Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock glänzt nicht mehr so wie vor einigen Wochen

Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock glänzt nicht mehr so wie vor einigen Wochen Foto: Axel Schmidt/Pool/AFP

Das Wort dürfte wohl zutreffend für den bisherigen Verlauf ihrer Wahlkampagne sein, die schneller entgleist ist als vor vier Jahren der „Zug“ von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Freilich zeigt der verbale Ausrutscher, der im Netz mal wieder genüsslich seziert worden ist, noch etwas anderes – und zwar etwas Positives: Erstens ist Baerbock zur Selbstkritik in der Lage, was vielen Spitzenpolitikern nicht mehr gelingt. Zweitens ist das Vertrauen zu Habeck nach wie vor so groß, dass man sich auch nach der für ihn harten K-Entscheidung Fehler eingestehen kann. Für die nächsten Wochen des Wahlkampfes ist das ein Pfund. Eine solche Szene wäre jedenfalls zwischen CSU-Chef Markus Söder und dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet undenkbar.

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