Spanien

Nach Jahren des Schweigens: Kirche entschädigt Missbrauchsopfer

Nach jahrelangem Streit haben sich die spanische Mitte-links-Regierung und die katholische Kirche auf ein gemeinsames System zur Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs geeinigt. Für Tausende Betroffene ist es ein überfälliger Schritt – doch das Ausmaß des Skandals bleibt erschütternd.

Teilansicht der Sagrada Familia in Barcelona mit historischem Abkommen zwischen spanischer Regierung und katholischer Kirche

Teilansicht der Sagrada Familia in Barcelona: Die spanische Regierung und die katholische Kirche haben ein historisches Abkommen unterzeichnet Foto: Josep Lago/AFP

Der zentrale Punkt der historischen Vereinbarung: Künftig bestimmt der Staat darüber, wer offiziell als Opfer anerkannt wird und welche Form der Entschädigung vorgesehen ist. Die Kirche verpflichtet sich, die Zahlungen zu leisten.

Für die Anerkennung und Prüfung der Fälle ist der Bürgerbeauftragte der spanischen Regierung zuständig. Er macht einen Entschädigungsvorschlag und ist die letzte Entscheidungsinstanz, wenn es keine Einigung zwischen Opfer und Kirche gibt. Ziel ist es, auch jenen Betroffenen eine finanzielle Abfindung zu ermöglichen, deren Fälle juristisch nicht mehr verfolgt werden können – etwa weil die Taten verjährt sind oder die mutmaßlichen Täter bereits verstorben sind.

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