Analyse
NATO: Das Militärbündnis nach einem Jahr Krieg
Die Linie, nicht Kriegspartei werden zu wollen, hat die NATO seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine beibehalten. Doch nach einem Jahr ist das Bündnis ein anderes geworden.
24. Februar 2022: NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg nimmt an einer Videokonferenz zur russischen Invasion in der Ukraine teil Archivfoto: Kenzo Tribouillard/AFP
Gegründet, um bei einem Krieg in Europa einander beizustehen, kommen die Spitzenvertreter der NATO-Mitgliedsstaaten am 24. Februar 2022 natürlich zu einem Krisentreffen zusammen. Anschließend stellt NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg fest: „Wir haben jetzt Krieg in Europa in einem Ausmaß und einer Art, von der wir dachten, dass sie der Geschichte angehören.“ Deshalb habe das Bündnis beschlossen, seine Verteidigungspläne zu aktivieren. Diese sind tatsächlich, wie es der Name schon sagt, auf die Verteidigung des Bündnisses fokussiert, nicht auf eine Kriegsführung mit Russland. Bei dieser Linie ist die NATO auch nach einem Jahr geblieben. Auch wenn es zwei massive Versuche gab, sie hineinzuziehen. Und doch ist das Bündnis nicht mehr dasselbe wie vor einem Jahr.