Amnestie

Myanmar wandelt alle Todesurteile in lebenslange Haftstrafen um

Die Führung in Myanmar hebt alle Todesurteile auf und wandelt sie in Haftstrafen um. Die Entscheidung fällt im Rahmen einer Amnestie, während der Bürgerkrieg weiter andauert.

Umwandlung von Todesstrafen in Myanmar zu lebenslanger Haft – Menschenrechtsreform und Justizänderung

Die Strafen aller zum Tode verurteilten werden in Myanmar zu lebenslanger Haft umgewandelt Foto: Anthony Wallace/AFP

Die Führung in Myanmar hat alle in dem Land verhängten Todesurteile aufgehoben. „Die Strafen der zum Tode Verurteilten werden in lebenslange Haftstrafen umgewandelt“, hieß es am Freitag in einer Erklärung des Ex-Militärchefs Min Aung Hlaing, der Anfang April zum Präsidenten des Landes gewählt worden war. Namen von betroffenen Verurteilten wurden nicht genannt.

Die Armee hatte sich unter der Führung des Junta-Chefs 2021 zurück an die Macht geputscht und die im Jahr zuvor mit großer Mehrheit gewählte Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestürzt.

Die Junta nahm nach jahrzehntelanger Unterbrechung die Hinrichtungen in dem Land wieder auf. Menschenrechtsorganisationen zufolge ging sie dabei insbesondere gegen Dissidenten vor, die sich gegen den Putsch stellten. UN-Angaben zufolge wurden im darauffolgenden Jahr mehr als 130 Menschen hingerichtet.

Die Umwandlung der Todesurteile wurde als Teil einer umfassenden Amnestie anlässlich des Thingyan-Neujahrsfests in Myanmar angekündigt. Laut einer Erklärung sollen mehr als 4300 Gefangene freigelassen werden. Alle Haftstrafen unter 40 Jahren sollen zudem um ein Sechstel verkürzt wurden.

Im März 2023 waren bereits die Todesurteile von 38 Häftlingen aufgehoben worden.

Der Militärputsch hatte einen Bürgerkrieg ausgelöst, der bis heute andauert. Nach fünf Jahren Militärherrschaft hatte die Junta im Dezember und Januar eine Parlamentswahl organisiert und diese als Rückkehr zur Demokratie dargestellt.

Angehörige warten vor Insein-Gefängnis in Yangon auf die Entlassung von Häftlingen bei Tageslicht

Angehörige warten in Yangon auf die Entlassung von Häftlingen aus dem Insein-Gefängnis Foto: Sai Aung Main/AFP

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