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„Mir ist das alles so egal“: In Russland ist der Krieg in der Ukraine auch nach sechs Monaten seltsam abwesend

In Russland ist der Krieg gegen die Ukraine, den der Kreml „militärische Spezialoperation“ zu nennen nötigt, auch sechs Monate nach seinem Beginn seltsam abwesend. Die Menschen genießen den Sommer. Sie verdrängen, sind gleichgültig, leben in Angst.

„Was sein muss, muss sein“: Gruppenbild mit „Z“-T-Shirt auf dem Roten Platz in Moskau

„Was sein muss, muss sein“: Gruppenbild mit „Z“-T-Shirt auf dem Roten Platz in Moskau Foto: AFP/Natalia Kolesnikova

Rotorblätter schlagen durch die Luft, in der Ferne erscheint ein Hubschrauber. Ein anderer folgt ihm, noch einer und noch einer. Die Helikopter in Tarnfarben der russischen Armee fliegen tief über das Wasser des Meschtscherski-Sees im Südwesten Moskaus. Der Krach der Militärtechnik lässt die Menschen am Sandstrand kurz verstummen. „Ach, das sind die Unsrigen“, sagt eine Frau im türkisfarbenen Badeanzug zu ihrem Enkel fast nebenbei. „Die Unsrigen beschützen uns.“ Sie reicht dem Jungen ein Stück Brathähnchen, die pralle Sonne scheint auf ihre Köpfe. Kinder planschen im See, Jugendliche schlecken ihr Eis, Männer wie Frauen spielen Beach-Volleyball.

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