Straße von Malakka
Maut-Piraterie: Wackelt nach der Straße von Hormus jetzt auch Asiens wichtigste Lebensader?
Vom Persischen Golf bis vor die Haustür Singapurs: Wenn der Iran das internationale Seerecht durch illegale Gebühren aushebelt, droht ein gefährlicher Domino-Effekt. In Südostasien werden bereits erste Begehrlichkeiten wach – mit fatalen Folgen für die europäische Wirtschaft.
Kräne verladen Schiffscontainer auf ein Frachtschiff am Jakarta International Container Terminal (JICT) im Tanjung Priok Hafen Symbolfoto: Tatan Syuflana/AP/dpa
Es ist ein Beben, das die Weltwirtschaft im Frühjahr 2026 bis ins Mark erschüttert. Seit fast zwei Monaten ist die Straße von Hormus, das Nadelöhr der globalen Energieversorgung, infolge des Iran-Krieges faktisch blockiert. Die Folgen waren unmittelbar in europäischen Haushalten zu spüren: Die Ölpreise schossen in die Höhe, Inflationsängste kehrten mit Wucht zurück. Doch während die militärischen Rauchwolken über dem Persischen Golf zumindest für den Augenblick abgezogen sind, zeichnet sich eine weitaus subtilere, aber dauerhafte Gefahr für den Welthandel ab. Es geht um nicht weniger als die Frage, ob die Meere künftig noch frei sind – oder ob eine Ära der „maritimen Maut-Stationen“ anbricht.