Vereinigtes Königreich
Londoner Parlament und schottische Hauptstadt gedenken der verstorbenen Queen
Eine Woche vor dem Staatsakt für die verstorbene Queen Elizabeth II haben der neue König Charles III und seine Familie am Montag die subtile Modernisierung der Monarchie vorangetrieben. Wie schon in London gab der 73-Jährige einer Reihe von Schaulustigen vor dem Königspalast von Edinburgh die Hand. Später folgten sämtliche vier Kinder dem Sarg der Toten auf seiner Prozession durch die schottische Hauptstadt, wo Tausende von Trauernden die Royal Mile säumten. Nach einem Gedenkgottesdienst in der St.-Giles-Kathedrale haben die Bürger bis Dienstagnachmittag die Gelegenheit, am Katafalk der toten Königin vorbeizupilgern; anschließend wird der Leichnam nach London überführt.
König Charles III. hat in der Westminster Hall in London die Beileidsbekundungen des Parlaments entgegengenommen Foto: Reuters Pool/AP/dpa/Henry Nicholls
Dass die Monarchin am Donnerstag auf ihrer Sommerresidenz Schloss Balmoral verstorben war, gab der ohnehin an vorsichtigen Reformen interessierten Königsfamilie die Gelegenheit, die schottische Komponente der britischen Monarchie zu betonen. Die Kronen Englands und Schottlands sind seit 1603 in Personalunion, 1707 stimmten beide Parlamente der Vereinigung mit Großbritannien zu; eifersüchtig wachen die Schotten seither über die damals ausgehandelten Garantien ihrer kulturellen Autonomie, zumal im Zeitalter immer stärker werdender Unabhängigkeitsbestrebungen.