Analyse
Libanon steht nach dem Hariri-Rückzug noch stärker im Sog des Iran
Hoffnungen für den Libanon hat Saad al-Hariri nicht mehr. Es gebe keinerlei Chancen auf eine positive Entwicklung, sagte der Ex-Ministerpräsident, als er kürzlich seinen Rückzug aus dem öffentlichen Leben bekannt gab und zum Boykott der Wahlen im Mai aufrief.
Der ehemalige libanesische Regierungschef Saad Hariri vor einem Bild seines im Jahr 2005 ermordeten Vaters Rafik Hariri Foto: AFP/Anwar Amro
Als Gründe nannte der Sohn des 2005 ermordeten langjährigen Regierungschefs Rafik al-Hariri die tiefe Spaltung seines Heimatlandes, den Staatskollaps und allem voran den starken Einfluss des Iran. Doch gerade die schiitische Regionalmacht könnte nach dem Abgang des führenden Sunniten-Politikers mithilfe der Hisbollah-Miliz ihre Kontrolle über den Vielvölkerstaat am Mittelmeer noch weiter ausbauen.