Sondergerichtshof in Den Haag

Kosovos Ex-Premier Thaci als Kriegsverbrecher verurteilt

Wegen Kriegsverbrechen ist Kosovos früherer Premier und Präsident Hashim Thaci in erster Instanz zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Gegen drei weitere frühere UCK-Kommandanten hat der Kosovo-Sondergerichtshof in Den Haag Haftstrafen zwischen 13 und 25 Jahren verhängt.

Ex-Premier Thaci während der Gerichtsverhandlung in Den Haag

Ex-Premier Thaci während der Gerichtsverhandlung in Den Haag Foto: AFP

Vergeblich hatten seine Anhänger in Kosovo auf seinen Freispruch und baldige Heimkehr gehofft. Regungslos und mit versteinerter Miene vernahm der frühere Premier und Präsident Hashim Thaci am Mittwoch vor Kosovos Sondergerichtshof in Den Haag (KSC) das Urteil seiner Richter: Wegen schwerer Kriegsverbrechen und Morden, die die Untergrundarmee UCK während des Kosovokriegs 1999 an von ihr internierten Zivilisten beging, ist ihr früherer Oberkommandant in erster Instanz zu 25 Jahren Haft verurteilt worden.

Auch seine drei Mitangeklagten und früheren UCK‑Kommandanten, die wie der 58-jährige Thaci schon seit über sechs Jahren in Untersuchungshaft in Den Haag einsitzen, wurden wegen der damals in insgesamt 14 Internierungslagern der UCK in Kosovo und Nordalbanien begangenen Gräueltaten, zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt: der frühere UCK-Sprecher Jakub Krasniqi zu 25 Jahren Haft, der frühere UCK-Sicherheitschef Kadri Veseli zu 18 Jahren Haft und der frühere UCK-Kommandant Rexhep Selimi zu 13 Jahren Haft.

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