Rumänien
Keine neue Regierung in Sicht, die Wirtschaft schwächelt – und es drohen Neuwahlen
Immer tiefer schlittert Rumänien in den Krisensumpf. Knapp drei Monate nach dem Misstrauensvotum gegen Premier Ilie Bolojan (PNL) ist noch immer keine neue Regierung in Sicht, schwächelt die Wirtschaft und zeichnen sich Neuwahlen ab: Auf satte Zugewinne könnte dabei nur die russophile AUR hoffen.
Rumäniens Regierungschef Ilie Bolojan ist nur noch geschäftsführend im Amt Foto: Daniel Mihailescu/AFP
Zum optimistischen Blick in die Zukunft verspüren die meisten Rumänen kaum mehr Grund. Im Land mit der höchsten Inflationsrate (10,3 Prozent) in der EU rechnen laut einer Umfrage vier Fünftel der Befragten mit weiter galoppierenden Preisen. Über drei Viertel der 18,8 Millionen Bewohner des gebeutelten Karpatenstaats fürchten die Absenkung ihres Lebensstandards in den nächsten zwölf Monaten. Über die Hälfte erwartet gar, dass sich dieser auch in den nächsten fünf Jahren weiter verschlechtern wird. „Rumänien immer pessimistischer“, titelt resigniert das Portal „adz.ro“.
Ihre ohnehin bescheidenen Wachstumsprognosen für 2026 haben internationale und heimische Institute von rund einem Prozent für 2026 mittlerweile auf ein faktisches Nullwachstum oder gar eine leichte Rezession reduziert: Es ist nicht nur die kriselnde Weltkonjunktur, sondern auch die politische Instabilität, die das neue EU-Sorgenkind immer tiefer in den Krisensumpf schlittern lassen.