Am 8. Februar

Japans Regierungschefin löst Parlament für Neuwahlen auf

Japans Ministerpräsidentin Takaichi regiert erst seit Kurzem mit knapper Mehrheit. Nun will sie ihre guten Umfragewerte nutzen, um mit einer Neuwahl die Macht zu festigen. Ein riskanter Schritt.

Japanische Premierministerin Sanae Takaichi bei Plenarsitzung des Repräsentantenhauses im Parlament Tokio, 23. Januar 2026

Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi nimmt am 23. Januar 2026 an der Plenarsitzung des Repräsentantenhauses im Parlament in Tokio teil Foto: AFP

Japans neue Regierungschefin Sanae Takaichi hat das Unterhaus des Parlaments aufgelöst und damit den Weg für Neuwahlen freigemacht. Die Wählerinnen und Wähler sind nun aufgerufen, am 8. Februar über die Besetzung der mächtigen Parlamentskammer abzustimmen. Damit wählen sie indirekt auch die nächste Regierung des Landes.

Die nationalkonservative Politikerin Takaichi war erst Ende Oktober als erste Frau an die Spitze der Regierung gewählt worden. Nun will die 64-Jährige ihre ungewöhnlich hohen Zustimmungswerte nutzen, um die hauchdünne Parlamentsmehrheit der Koalition aus ihrer Liberaldemokratischen Partei (LDP) und der konservativ-neoliberalen Partei Ishin auszubauen.

Die Neuwahl ist für Takaichi jedoch nicht ohne Risiko. So bleibt abzuwarten, ob ihre große Beliebtheit im Wahlkampf auf die LDP abfärben wird. Die seit 1955 fast ununterbrochen regierende Partei hatte wegen Skandalen ihre Mehrheiten in beiden Kammern des Parlaments verloren. Sie hofft, konservative Wähler zurückzugewinnen, die sich der rechtsextremen Kleinpartei Sanseito zugewandt haben. Dass dies gelingt, ist keineswegs sicher.

Zudem kündigten die größte Oppositionspartei, die Konstitutionelle Demokratische Partei Japans des früheren Ministerpräsidenten Yoshihiko Noda, und die Partei Komeito ihren Zusammenschluss an. Die neue Zentristische Reformpartei versteht sich als liberale Alternative zu Takaichis konservativer Koalition.

Die Komeito war 26 Jahre lang Koalitionspartner der LDP, kündigte die Koalition mit der LDP aber im Oktober wegen Takaichis harter Haltung in Fragen der Parteienfinanzierung und der Sicherheitspolitik auf. Die LDP hatte bis dahin von der Koalition mit der Komeito durch Wahlabsprachen profitiert.

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