Frontex

Im ersten Quartal kamen 40 Prozent weniger irreguläre Migranten in die EU

In der Europäischen Union kommen weiterhin immer weniger sogenannte irreguläre Migranten an. Ihre Zahl sei in den ersten drei Monaten des Jahres um rund 40 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2025 zurückgegangen, heißt es in einer Mitteilung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex.

Menschen zu Fuß am Strand von Grande-Synthe nahe Dünkirchen, auf dem Weg zur illegalen Überfahrt nach Großbritannien

In Grande-Synthe, nahe Dünkirchen im Norden Frankreichs, sind Menschen auf dem Weg zum Strand, um von Menschenschmugglern nach Großbritannien gebracht zu werden Foto: Sameer Al-Doumy/AFP

Frontex führt den Rückgang der „irregulären Grenzübertritte“ vor allem auf die schlechten Wetterbedingungen zurück, die auf den verschiedenen Routen über das Mittelmeer sowie im Atlantik geherrscht haben. Da dies die Menschenschmuggler jedoch offensichtlich nicht davon abhält, die Migranten zur Weiterreise zu drängen, ist die Zahl jener gestiegen, die beim Versuch, den europäischen Kontinent zu erreichen, ums Leben kamen. Seit Beginn des Jahres seien laut der Internationalen Migrationsorganisation (IOM) dabei fast 1.000 Menschen zu Tode gekommen. Allzu oft werden diese Menschen auch auf nicht hochseetauglichen Booten aufs offene Meer geschickt.

Insgesamt seien rund 21.400 irreguläre Migranten auf den Außengrenzen der EU registriert worden, teilt die europäische Grenzschutzagentur mit. Der stärkste Rückgang der Zahl irregulärer Migranten wurde auf der westafrikanischen Route verzeichnet. Hier erreichten im ersten Quartal des Jahres 83 Prozent weniger Menschen die Küsten der spanischen Kanaren-Inseln als noch im Jahr zuvor. 1.640 Migranten hauptsächlich aus Gambia, dem Senegal und Mali wurden dort gezählt. Um jeweils ein Drittel ging die Ankunft irregulärer Migranten sowohl im östlichen als auch im zentralen Mittelmeer zurück. Von der Türkei aus kamen demnach 6.455 Menschen in Griechenland an, vor allem aus Afghanistan, Bangladesch und dem Bürgerkriegsland Sudan. Von der nordafrikanischen Küste nach Italien schafften 6.162 Menschen die Überfahrt, unter ihnen Menschen vor allem aus Bangladesch, Somalia und Pakistan. Die zentrale Mittelmeerroute ist laut den Zahlen der IOM der bei weitem gefährlichste Weg für die irregulären Migranten nach Europa.

Anstieg auf der westlichen Mittelmeerroute

Einzig auf der westlichen Mittelmeerroute wurde mit 66 Prozent ein deutlicher Anstieg der Ankünfte irregulärer Migranten registriert. Hier sind es vor allem Menschen aus Algerien, Mali und Marokko, die es nach Spanien zieht. In den ersten drei Monaten wurden 4.402 gezählt, die möglicherweise auch durch die Ankündigung der spanischen Regierung, die illegal im Land Lebenden zu regularisieren.

Zu 1.966 irregulären Grenzübertritten kam es im westlichen Balkan, ein Rückgang um 14 Prozent. Schließlich wurden 58 Prozent weniger Menschen auf der östlichen Landgrenze registriert, die hauptsächlich von Menschen aus der Ukraine, Bangladesch und Russland genutzt wird.

Schließlich haben 6.630 Menschen vor allem aus dem Sudan, Eritrea und Afghanistan die Europäische Union über den Ärmelkanal nach Großbritannien verlassen, ein Rückgang um 41 Prozent.

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