Schwieriger Gedenktag in Wolhynien
Große Solidarität trotz blutiger Geschichte im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet
Der Jahrestag des Wolhynien-Massakers verdeutlicht, wie sehr sich Polen und die Ukraine gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin solidarisiert haben.
Warten in Przemysl: In der EU beherbergt niemand mehr Ukrainer als Polen – und das trotz der schwierigen gemeinsamen Geschichte Foto: Kay Nietfeld/dpa
„Dort, wo Karabiner und Heugabeln lagen, wurde nun ein Brot hingetan, wurden Hände ausgestreckt, um zu helfen“, sagt Andrzej Duda. Polens Staatspräsident legte am Montag in Warschau auf dem symbolischen Friedhof für die Opfer des Massakers von Wolhynien einen Kranz nieder. Der 79. Jahrestag der blutigen Kämpfe zwischen Ukrainern und Polen von 1943/44 im Grenzgebiet fällt dieses Jahr in eine besonders schwierige Zeit. Vor über vier Monaten wurde das östliche Nachbarland Polens von Russland angegriffen. Polen hat seitdem über drei Millionen ukrainische Flüchtlinge aufgenommen, und es ist nach den USA und Großbritannien der drittgrößte Waffenlieferant in die Ukraine.