Sicherheit
Großbritannien gibt Einsatz mit Verbündeten gegen russische U-Boote bekannt
Großbritannien und Verbündete haben drei russische U-Boote über Wochen im Nordatlantik beobachtet. Ziel war laut Verteidigungsminister Healey, mögliche Bedrohungen für Unterseekabel und Pipelines frühzeitig zu erkennen und abzuschrecken.
Laut Großbritanniens Verteidigungsminister Healey haben Großbritannien und seine Verbündeten einen Monat lang ein russisches Angriffs-U-Boot und zwei Spionage-U-Boote im Nordatlantik überwacht, bevor sie sich zurückzogen Symbolfoto: Mod/PA Wire/dpa
Großbritannien und mehrere Verbündete haben nach Angaben von Verteidigungsminister John Healey über mehrere Wochen im Nordatlantik drei russische U-Boote verfolgt, die sich mutmaßlich in einem verdeckten Einsatz befanden. Die Boote seien über einen Zeitraum von rund einem Monat in Gewässern nördlich des Vereinigten Königreichs nahe wichtiger Unterseekabel und Pipelines beobachtet worden, erklärte Healey am Donnerstag.
An dem Einsatz waren demnach neben britischen Streitkräften auch Norwegen und weitere Verbündete beteiligt. Neben Kriegsschiffen seien auch Militärflugzeuge beteiligt gewesen. Dabei seien unter anderem Sonarbojen eingesetzt worden, um die russischen U-Boote zu überwachen. Insgesamt waren rund 500 britische Soldaten im Einsatz, Flugzeuge absolvierten mehr als 450 Flugstunden, ein Kriegsschiff legte mehrere tausend Seemeilen zurück.
Nach Angaben des britischen Verteidigungsministers ergaben sich keine Hinweise darauf, dass die russischen U-Boote Schäden an Infrastruktur verursacht hätten. Ziel des britischen Einsatzes sei es gewesen, von möglichen „feindseligen Aktivitäten“ abzuschrecken.
Nach Healeys Angaben handelte es sich bei den russischen Booten um ein Atom-U-Boot der Akula-Klasse sowie zwei Spezial-U-Boote der russischen Tiefseeforschungseinheit GUGI. Letztere seien darauf ausgelegt, Unterwasserinfrastruktur zu untersuchen und im Konfliktfall zu sabotieren. Das Angriffs-U-Boot habe möglicherweise als Ablenkung gedient.
Großbritannien warnte Russland vor möglichen Angriffen auf Unterseekabel und Pipelines. Jeder entsprechende Versuch werde nicht toleriert und hätte „ernsthafte Konsequenzen“, sagte Healey.
Zugleich erklärte der Minister, Großbritannien sei bereit, gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte vorzugehen, die Sanktionen umgehen sollen. Diese würden zunehmend umgeleitet oder von russischen Kriegsschiffen eskortiert, was es Russland erschwere, Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu erzielen.