Deutschland
Gesundheitsminister Spahn bittet um Geduld beim Impfen
Drei Tage nach dem offiziellen Start sind erst rund 60.000 Menschen vor allem in Pflegeheimen gegen das neuartige Coronavirus geimpft worden. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn sprach am gestrigen Mittwoch von „Hoffnung und Leid“. Denn gleichzeitig wurde bekannt, dass die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus binnen 24 Stunden erstmals die Marke von 1.000 überschritten hat.
Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn betonte gestern, dass man noch weit von einer Normalität entfernt sei Foto: Michael Sohn/Pool/AFP
„1.129 Familien werden diesen Jahreswechsel in Trauer erleben“, sagte Spahn. Damit ist die Zahl der Covid-19-Todesfälle seit Beginn der Pandemie auf mehr als 32.000 gestiegen. Der CDU-Politiker nutzte den Tag vor Silvester, um auf einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Virus-Bekämpfung zu informieren. Die Hoffnung richtet sich dabei vor allem auf die Zulassung weiterer Impfstoffe. Nur auf diese Weise ist es nach den Worten Spahns möglich, jedem Bürger, der es wolle, bis zum kommenden Sommer eine Impfung zu verabreichen. Noch bis Jahresende sollen in Deutschland 1,3 Millionen Dosen des BioNTech-Vakzins ausgeliefert werden. Am 6. Januar könnte die europäische Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht für den Impfstoff des US-Herstellers Moderna geben. Laut Spahn würden dann im ersten Quartal bis zu zwei Millionen Dosen dieses Vakzins in Deutschland zur Verfügung stehen. Und nachdem Großbritannien am Mittwoch als erstes Land einen Impfstoff des Pharmaunternehmens AstraZeneca zuließ, drängt Spahn nun auch auf die zügige Bearbeitung eines entsprechenden Antrags bei den zuständigen europäischen Behörden. Zuletzt gab es hier Probleme wegen noch fehlender Daten.