EU-Kommission
Brüssel rechnet mit langer Energiekrise – Erste Empfehlungen verraten Anflug von Panik
Mehr als einen Monat hatte die EU-Kommission seit Beginn des Irankriegs Zeit, um sich auf mögliche Folgen für die Energieversorgung in Europa vorzubereiten. Doch statt einen eigenen, gut durchdachten Plan vorzulegen, verbreitet die EU-Kommission nun plötzlich Panik.
Der EU-Energiekommissar Dan Jørgensen empfiehlt den EU-Bürgern angesichts steigender Energiepreise auf unnötige Auto- und Flugreisen zu verzichten Foto: Nicolas Tucat/AFP
Nach einer Krisensitzung der Energieminister in Brüssel trat der offenbar überforderte Energiekommissar Dan Jørgensen am Dienstagabend vor die Presse und verlas Empfehlungen, die an die Ölkrise der 70er Jahre oder an die schlimmsten Zeiten der Corona-Pandemie erinnern. Die EU-Staaten sollten ihre Bürger dazu anhalten, den Verbrauch von Benzin und Gas einzuschränken und auf unnötige Autoreisen und Flüge zu verzichten, sagte Jørgensen. „Je mehr Diesel und Flugbenzin wir sparen können, desto besser stehen wir da“, betonte der Däne.
Zu den Empfehlungen, die Jörgensen mit Verweis auf die Internationale Energieagentur IEA vortrug, zählen der Verzicht auf unnötige Autofahrten und Flüge, die Absenkung von Tempolimits um 10 km/h sowie die verstärkte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und des Homeoffice. „Niemand weiß, wie lang die Krise dauern wird, aber ich denke, es ist wichtig zu betonen, dass sie nicht kurz sein wird“, sagte der Energiekommissar. Selbst wenn der Krieg „morgen“ beendet würde, „werden wir in absehbarer Zeit nicht zur Normalität zurückkehren“.