Interview
Gerald Knaus, der „Architekt“ des EU-Türkei-Deals, über europäische Fahrlässigkeit, türkische Abhängigkeit und schnelle Lösungen
Gerald Knaus gilt als „Architekt“ des Abkommens zwischen der Europäischen Union und der Türkei. Dieses scheint seit zehn Tagen Geschichte zu sein. Zu Beginn des Monats öffnete die Türkei ihre Grenze für Flüchtlinge. Für Europa bedeutet das keine neue Migrationskrise, sondern eine moralische Krise. Die Zustände an der Grenze sind grauenhaft, die auf den Inseln der Ägäis auch. Der Soziologe Knaus plädiert für eine Rückkehr zum Abkommen, alles andere wäre weitere „strategische Blindheit“.
An der Grenze gehen griechische Polizisten gewaltsam gegen Migranten und Flüchtlinge vor, denen die Türkei zuvor erzählt hatte, der Weg in die Europäische Union sei frei Foto: AFP/Bulent Kilic