Russland
Gefangen zwischen Rausch und Apathie: Putin vor fünfter Amtszeit
Am 7. Mai startet Wladimir Putin in seine fünfte Amtszeit als Russlands Präsident. Ohne Krieg ist sie nicht denkbar. Das gesamte politische System ist auf den Krieg in der Ukraine ausgerichtet. Die Gesellschaft ist militarisiert – und gleichgültig zugleich.
Ein schwer beschädigter US-Panzer M12A1 Abrams, den die Russen von den ukrainischen Schlachtfeldern nach Moskau geschleppt haben, ist eine der Hauptattraktionen einer „Beuteschau“, die das russische Verteidigungsministerium zu Propagandazwecken organisiert hat Foto: AFP/Alexander Nemenov
Plötzlich steht der Krieg mitten in Moskau. Er ist hierher gekarrt worden, damit er unter strahlendem Sonnenschein bejubelt werden kann, verewigt auf Familienbildern. „Oh“, „Wow“, „Alles unsers“, der Marder aus Deutschland, der Abrams aus den USA, der finnische Sisu Pasi. „Wo ist der Leopard? Ich will zum Leoparden“, sagen die meisten an diesem Tag und machen vom erbeuteten deutschen Panzer hier, im Siegespark am westlichen Zentrumsrand der Stadt, schnell noch ein Bild aus der Ferne. „Die Geschichte wiederholt sich“, steht auf einem Plakat, auf einem anderen: „Unser Sieg ist unausweichlich.“