Nachwahlbefragungen

Fujimori führt bei Präsidentschaftswahl in Peru

Keiko Fujimori führt bei der Präsidentschaftswahl in Peru deutlich. Sie wird sich allerdings noch in einer Stichwahl mit einem weiteren Kandidaten messen müssen.

Keiko Fujimori, Präsidentschaftskandidatin von Fuerza Popular, winkt bei Stimmabgabe in Lima am 12. April 2026

Keiko Fujimori, Präsidentschaftskandidatin der Partei „Fuerza Popular“, winkt bei ihrer Ankunft zur Stimmabgabe in Lima am 12. April 2026 Foto: AFP

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Peru hat sich ein Sieg der rechtspopulistischen Kandidatin Keiko Fujimori abgezeichnet. Nachwahlbefragungen der Meinungsforschungsinstitute Ipsos und Datum vom Sonntag (Ortszeit) zufolge führte Fujimori mit etwa 16 Prozent der Stimmen deutlich vor dem Rest des Feldes. Zugleich lagen demnach vier weitere Kandidaten fast gleichauf, von denen einer in die Stichwahl mit Fujimori ziehen wird.

Die peruanische Wahlbehörde gab derweil die allmähliche Schließung der Wahllokale in dem südamerikanischen Land bekannt. Unregelmäßigkeiten hatten dazu geführt, dass die Wahllokale eine Stunde länger als vorgesehen geöffnet bleiben mussten. Fehlende Wahlunterlagen hinderten rund 63.000 Menschen an ihrer Stimmabgabe und hatten eine Polizeirazzia im Wahlhauptquartier zur Folge.

Später teilte die peruanische Wahlbehörde mit, einige Wahllokale würden am Montag wieder öffnen, um denjenigen Wählerinnen und Wählern die Stimmabgabe zu ermöglichen, die aufgrund eines „logistischen Problems“ am Sonntag nicht hätten abstimmen können. Mehr als ein Dutzend Wahllokale hatte aufgrund der Komplikationen am Wahltag geschlossen bleiben müssen. Die fehlenden Stimmen machen zwar nur einen Bruchteil der Gesamtzahl aus, könnten aber in einem knappen Rennen dennoch entscheidend sein. Im Jahr 2021 lagen bei der Präsidentschaftswahl nur 238.000 Stimmen zwischen dem zweiten und dritten Platz.

Mehr als 27 Millionen Peruanerinnen und Peruaner waren aufgerufen, einen von 35 Kandidaten für das Präsidentenamt auszuwählen - eine Rekordzahl für das südamerikanische Land, das seit vielen Jahren in einer Wirtschafts- und Sicherheitskrise steckt. Den Nachwahlbefragungen von Ipsos und Datum zufolge kämpften der 80-jährige Zentrist Ricardo Belmont, der ultrakonservative Rafael Lopez Aliaga, Roberto Sánchez und Jorge Nieto um den zweiten Platz hinter Fujimori.

Keiko Fujimori ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der nach dem Ende seiner zehnjährigen Amtszeit im Jahr 2000 unter anderem wegen Korruption zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden war. Die rechtsgerichtete 50-Jährige tritt zum vierten Mal an und gilt als Unterstützerin von US-Präsident Donald Trump. Sie hat angekündigt, bei einem Wahlsieg US-Investoren ins Land zu holen und Ausländer ausweisen zu wollen.

Experten gehen von einer niedrigen Wahlbeteiligung aus, weil viele Peruaner enttäuscht von der Politik sind. Fast alle Präsidenten der vergangenen Jahre wurden der Korruption oder Geldwäsche verdächtigt oder sitzen deshalb in Haft. In Umfragen geben mehr als 90 Prozent der Peruaner an, kein oder wenig Vertrauen in die Politik zu haben.

Beherrschendes Thema im Wahlkampf war die Sicherheitslage. Die Zahl der Gewalttaten hatte sich in den vergangenen Jahren stark erhöht. In vielen Regionen haben kriminelle Banden die Kontrolle übernommen, Mordanschläge sind an der Tagesordnung. Angesichts der prekären Sicherheitslage haben die Kandidaten eine Vielzahl radikaler Vorschläge gemacht, unter anderem die Errichtung von mit Giftschlangen umgebenen Gefängnissen im Dschungel oder einer Prämie für Polizisten, die Kriminelle töten.

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