Österreich

Für Spaß die falsche Zeit: Die Omas gegen rechts mögen süß wirken, meinen ihre Sache aber todernst

In Wien ist es ein alljährliches Ritual. Während sich in der Hofburg, der ehemaligen kaiserlichen Residenz und dem jetzigen Sitz des Bundespräsidenten, Österreichs schlagende Burschenschaften zum Akademikerball treffen, wird draußen protestiert. Auch am vergangenen Freitag war das nicht anders. Seit drei Jahren aber mischen sich bis dahin unerwartete Gäste unter die Demonstranten.

Haben die Medienaufmerksamkeit auf ihrer Seite: Die Omas gegen rechts demonstrierten am Freitag in Wien mit gegen den Akademikerball der rechten Burschenschaften

Haben die Medienaufmerksamkeit auf ihrer Seite: Die Omas gegen rechts demonstrierten am Freitag in Wien mit gegen den Akademikerball der rechten Burschenschaften Foto: Editpress/Armand Back

Am späten Freitagnachmittag trudeln sie nach und nach ein. Langsam füllt sich das Hinterzimmer eines Lokals im neunten Wiener Bezirk. Von hier aus sind es zu Fuß nur wenige Minuten bis zur Universität, wo um sechs die Demonstration gegen den Akademikerball loszieht. Der Akademikerball, zu dem die radikal rechte Partei FPÖ einlädt, gilt als gesellschaftlicher Höhepunkt für Österreichs Rechtsextreme. Andere bezeichnen diesen Abend, an dem die deutschnationalen Burschenschafter mit ihren Uniformen, Mützen und Gesichtsnarben, einer Folge des Einweihungsrituals bei schlagenden Studentenbünden, zum Feiern in die Hofburg kommen, spöttisch als Höhepunkt des Wiener Faschings.

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