Analyse von außen
Frieden mit dem Iran wird nicht von Dauer sein, wenn er nicht den einfachen Iranern zugutekommt
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran war von Fehleinschätzungen geprägt, angefangen mit der irrigen Annahme, dass die Entmachtung der Führung der Islamischen Republik den Zusammenbruch des Regimes auslösen oder dessen „bedingungslose Kapitulation“ erzwingen würde. Ebenso fehlgeleitet ist die Annahme von US-Präsident Donald Trump, der Iran sei bereit, den Krieg hinter sich zu lassen und mit dem Wiederaufbau fortzufahren.
Trumps „Friedenspläne“ sind kein cleverer Spielzug: Durch die US-Sanktionen werden kleine und mittlere iranische Unternehmen vom Weltmarkt abgeschnitten Foto: Vahid Salemi/AP/dpa
Der Iran betrachtet seine Kontrolle über die Straße von Hormus – und die damit verbundene Möglichkeit, die Wasserstraße zu sperren – als eines seiner wenigen verbleibenden Abschreckungsmittel und somit als Voraussetzung für Frieden. Nach zwei Militäroperationen, denen jeweils diplomatische Bemühungen vorausgingen, sind die iranischen Führer nicht bereit, diese Verhandlungsbasis aufzugeben, ohne glaubwürdige Garantien dafür zu erhalten, dass die Vereinigten Staaten und Israel nicht erneut angreifen werden.
Doch dauerhafter Frieden erfordert mehr als militärische Abschreckung. Er erfordert eine politische und wirtschaftliche Einigung, deren Vorteile breit geteilt werden.