Italien
Flüchtlingsbürgemeister Domenico „Mimmo“ Lucano zu langer Haft verurteilt
Domenico „Mimmo“ Lucano wurde von einem Gericht in Locri zu einer Haftstrafe von elf Jahren und zwei Monaten verurteilt. Der frühere Bürgermeister von Riace, bekannt durch seine großherzige Flüchtlingsaufnahme, soll staatliche und EU-Mittel veruntreut sowie in Form einer kriminellen Vereinigung gegen die Einwanderungsbestimmungen verstoßen haben, so das Gericht. Demokraten und Linke erklären das Urteil für politisch motiviert, es passe in die angespannte politische Landschaft vor den bevorstehenden Kommunalwahlen.
Der ehemalige Bürgermeister der kalabrischen Stadt Riace, Domenico Lucano, auf einem Bild aus dem Jahr 2018 Foto: Cesare Abbate/ANSA via AP/dpa
Er sei „entsetzt über das Urteil“, erklärte Mimmo Lucano, Ex-Bürgermeister von Riace, nach dem Spruch der Strafkammer des Gerichts von Locri (Kalabrien). Mit dem Verhängen von elf Jahren und zwei Monaten Haft war das Gericht fünf Jahre über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Urteil hinausgegangen. Der Angeklagte habe sich der Beihilfe zu illegaler Migration, des Betrugs, der Veruntreuung, des Amtsmissbrauchs und der Bildung einer kriminellen Vereinigung schuldig gemacht, so die Richter.