Österreich
Ein Rechter will links überholen
Der neue FPÖ-Chef Herbert Kickl rückt seine Partei nicht nur weiter nach rechts, sondern blinkt zugleich links, um nach Ibiza-Gate und Machtkämpfen wieder auf die Überholspur zu kommen.
Machtkampf gewonnen: Herbert Kickl ist neuer Chef der extrem rechten FPÖ Foto: APA/dpa/Hans Punz
Die Protagonisten des jüngsten Führungsstreits taten so, als hätten sie sich ganz lieb. Norbert Hofer, der vor drei Wochen entnervt den Parteivorsitz hingeschmissen hatte, weil „ich mir nicht jeden Tag ausrichten lassen will, dass ich fehl am Platz bin“, streute seinem designierten Nachfolger Herbert Kickl Rosen. Er übergebe die Obmannschaft „in Freundschaft, Einigkeit und Stärke“. Und auch Kickl, der seit Wochen an Hofers Sessel gesägt hatte, war nun voll des Lobes für seinen Vorgänger und bat ihn eindringlich, bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr für die FPÖ zu kandidieren.