Gaskrise
EU-Partner dringen auf längere deutsche Atomkraft
Belgien sagt den Atomausstieg ab, Estland will in die Kernkraft einsteigen, viele bauen aus. Einen Gasnotstand im Winter vor Augen, erwarten EU-Partner auch von Deutschland, das Aus für die letzten AKW zu verschieben.
Das deutsche Atomkraftwerk Neckarwestheim sollte nur noch bis zum Jahresende Strom liefern Foto: AFP/Thomas Kienzle
Es wurde viel wechselweise Solidarität beschworen, als es in dieser Woche um einen Gasnotfallplan der EU ging. Die EU-Kommission tat es und verwies darauf, dass angesichts der unklaren Gas-Lieferlage Russlands eine Krise in einem Mitgliedsland Folgen auch in den anderen haben würde. Und Deutschland tat es. Denn es gehört zu denen, die sich am stärksten von russischem Gas abhängig gemacht haben – und deshalb vermehrtes Gassparen in der EU einfordern. Doch einige andere Staaten schicken die Solidaritätserwartung nun zurück, adressiert an die deutsche Bundesregierung. Die solle gefälligst die Kernkraftwerke durch die kritische Energiephase weiter laufen lassen. Und gerade abgeschaltete wieder ans Netz bringen.