Albanien
EU-Beitrittsverhandlungen: Nach dem Blitzstart droht ein zäher Marathon
Spät ist Albanien in das Hindernisrennen zum ersehnten EU-Beitritt gestartet. Obwohl Tirana in Rekordzeit alle Verhandlungskapitel eröffnet hat, zeichnen sich erste Hürden beim Beitrittsmarathon ab: Der von Premier Rama gelobte EU-Blitzbeitritt bis 2030 scheint eher Wunschdenken als machbar.
Die Entwicklungen um den Bau eines Luxusressorts in einem Naturschutzgebiet, gegen den seit Wochen in Albanien demonstriert wird, werden auch in Brüssel mit Aufmerksamkeit verfolgt Foto: AFP
Europas allgegenwärtiges Sternenbanner hat Albaniens Chefdiplomat nicht nur in seinem Amtssitz fest im Blick. Sein Land hege „keinerlei Plan B“, versichert in Tirana der drahtige Außen- und Europaminister Ferit Hoxha: „Wir haben nur einen Plan – wir wollen der EU beitreten.“
Ein gewiefter Würdenträger stellt sein Licht nie unter den Scheffel. In der Rekordzeit von elf Monaten habe Albanien nicht nur alle der 33 Kapitel bei den EU-Beitrittsverhandlungen eröffnet, sondern auch alle der zehn von der EU gesetzten Qualitätsstandards („benchmarks“) für deren Schließung erfüllt, preist der 59-jährige Berufsdiplomat Tiranas Anstrengungen: „Wir haben dies geschafft, weil wir gut vorbereitet sind, einen Plan, eine fantastische Regierung und die volle Unterstützung der EU-Partner haben.“