Nato-Treffen

Die Ukraine-Hilfe ist weiterhin zu zaghaft und zu gering

Die großen Probleme der ukrainischen Abwehr im Raum Charkiw hat die NATO auf eine Verspätung zugesagter Unterstützung zurückgeführt. Doch das Bündnis ist sich sicher, dass die russischen Streitkräfte nur zu lokalen Durchbrüchen in der Lage sind.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte am Donnerstag in einem Krankenhaus in Charkiw ukrainische Soldaten, die bei der jüngsten russischen Offensive verletzt wurden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte am Donnerstag in einem Krankenhaus in Charkiw ukrainische Soldaten, die bei der jüngsten russischen Offensive verletzt wurden Foto: Handout/Ukrainian Presidential Press Service/AFP

Es ist ein für den höchsten NATO-Militär unerwarteter Rat, mit dem Admiral Rob Bauer an diesem Donnerstag das Treffen mit seinen Amtskollegen aus den 32 Mitgliedsländern im Brüsseler Hauptquartier eröffnet: Sollten diese vor die Frage gestellt werden, ob sie die Fähigkeitsziele der NATO erreichen oder der Ukraine mit Lieferungen beistehen sollen – „dann unterstützen Sie die Ukraine“, lautet die Empfehlung des Chefs des NATO-Militärausschusses. Seine Begründung ist einfach: Vorräte ließen sich jederzeit wieder auffüllen, aber Verluste von ukrainischen Menschenleben seien endgültig. „Zeit wird in der Ukraine nicht in Tagen, Wochen und Monaten gerechnet, sondern in Menschenleben“, stellt Bauer fest. Und damit hat er indirekt auch westliche Fehler angesprochen: Denn die Unterstützung, die die Ukraine nötig hätte, um sich der russischen Angriffe zu erwehren, kam zuletzt zu zaghaft und zu gering.

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