Brasilien
Die Mobilisierung der Bevölkerung verhilft Lula zum Sieg bei der Präsidentschaftswahl
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat die Stichwahl um die Präsidentschaft mit 51,8 Prozent gegen seinen ultrarechten Herausforderer Flávio Bolsonaro gewonnen – mit einem Vorsprung von rund 4,4 Millionen Stimmen.
Wahlsieger Lula da Silva spricht in São Paulo zu seinen Anhängern Foto: Miguel Schincaariol/AFP
Während auf den Straßen Brasiliens schon gefeiert wurde, ploppte auf meinem Smartphone ab Mitternacht mitteleuropäischer Zeit eine Nachricht der Freude und Erleichterung nach der anderen über den Sieg des linken Präsidenten gegen den Sohn des unter Hausarrest stehenden früheren rechtsextremen Staatschefs Jair Bolsonaro ein. Um 0.09 Uhr schrieb ein befreundeter Theaterregisseur aus Porto Alegre: „Es sieht gut aus.“ Um 1.10 Uhr setzte er hinzu: „Wir haben gewonnen.“
Kurz darauf bekam ich eine Nachricht aus Manaus, dann aus Rio de Janeiro. Es folgten Fotos und Videos mit feiernden Menschen auf den Straßen von Rio und São Paulo sowie Porto Alegre, Manaus und Salvador da Bahia. Und eine Aufnahme der Siegesrede des alten und neuen Präsidenten, der ankündigte, mit dem vorwiegend rechtsgerichteten Kongress zusammenzuarbeiten und die sozialen Netzwerke zu ändern.