Analyse
Die Abwahl des autoritären Ex-Präsidenten Vucic haben die Serben ihren Studenten und sich selbst zu verdanken
Nach jahrelanger Herrschaft und monatelangen Protesten räumt Aleksandar Vucic seine Niederlage überraschend schnell ein. Getragen von einer beharrlichen Studentenbewegung, feiert das Land einen historischen Wandel.
Aleksandar Vucic räumt seine Niederlage bei den serbischen Parlamentswahlen ein Foto: AFP/Pedja Milosavljevic
Am Ende ist Serbiens Zeitenwende überraschend schnell und ohne die befürchtete Gewalteskalation über die Bühne gegangen. Der aussichtslose Rückstand seiner SNS, aber auch die Einsicht, dass sich der Wählerwille dieses Mal weder durch Phantomwähler und Manipulationen noch durch Parteischläger oder Polizeigewalt verbiegen lässt, haben den abgewählten Ex-Präsidenten Aleksandar Vucic am Wahlabend früh- und rechtzeitig die Flinte ins Korn werfen und auf das sich bereits abzeichnende Drehen an der Gewaltschraube verzichten lassen.