Lungenknoten

Die Klinik der Päpste: Papst Leo XIV. wird im Gemelli-Krankenhaus in Rom operiert

Ärzte entdeckten bei Papst Leo XIV. einen Lungenknoten „in einem sehr frühen Stadium“. Am Dienstag begab er sich für die Operation in ein Krankenhaus in Rom.

Papst Leo XIV. verließ am Dienstag den Vatikan

Papst Leo XIV. verließ am Dienstag den Vatikan Foto: Andrew Medichini/AP/dpa

Papst Leo XIV. hat sich am Dienstag für eine Operation an der Lunge in das Gemelli-Krankenhaus in Rom begeben. Die Klinik ist seit Langem die bevorzugte medizinische Anlaufstelle für Päpste. Das Krankenhaus verfügt zu diesem Zweck über eine Suite im obersten Stockwerk, um den Papst und sein Ärzteteam zu beherbergen.

Das Gemelli-Krankenhaus nördlich des Vatikans ist die größte Klinik der italienischen Hauptstadt. Laut der Webseite des Krankenhauses arbeiten dort mehr als 5000 Menschen.

Agostino Gemelli, der Namensgeber des Krankenhauses, war ein Franziskanerpater und Psychologe, der 1959 starb. 1921 gründete er die Katholische Universität vom Heiligen Herzen im norditalienischen Mailand, die heute als größte katholische Universität Europas gilt. Das 1964 eröffnete Gemelli-Krankenhaus ist Teil der Universität.

Das Päpste-Krankenhaus

Papst Leo XIV. unterzieht sich am Dienstag erstmals seit seiner Wahl zum Pontifex im Mai 2025 einem Eingriff im Gemelli-Krankenhaus. Sein Vorgänger Franziskus hatte das Krankenhaus viermal wegen verschiedener gesundheitlicher Probleme besucht und verbrachte vor seinem Tod mehrere Wochen in der Klinik zur Behandlung einer beidseitigen Lungenentzündung.

Papst Johannes Paul II., von 1978 bis 2005 Oberhaupt der katholischen Kirche, wurde neunmal im Gemelli-Krankenhaus behandelt und verbrachte insgesamt 153 Tage dort. Er scherzte, der „Vatikan Nummer eins“ sei der Petersplatz, Nummer zwei die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo und das Gemelli-Krankenhaus sei Nummer drei. Wer heute das Krankenhaus betritt, wird von einer Marmorstatue von Johannes Paul II. empfangen.

Die vielen und langen Aufenthalte von Johannes Paul II. veranlassten den Vatikan 1981 dazu, im Krankenhaus eine Mini-Residenz einzurichten: Ein Apartment im zehnten und obersten Stockwerk, das über einen langen Korridor erreichbar ist, der von der italienischen Polizei und der vatikanischen Garde bewacht wird. Italienischen Medien zufolge ist die Suite weiß gestrichen und schlicht eingerichtet.

Neben dem Zimmer des Papstes gibt es einen Besprechungsraum für das medizinische Personal, eine Küche, ein Badezimmer, Ruheräume und eine kleine Kapelle. Die italienische Zeitung Il Messaggero berichtete am Dienstag jedoch, dass Leo wegen laufender Renovierungsarbeiten nicht im Papst-Zimmer, sondern in der Nähe im obersten Stockwerk untergebracht werde.

Papst Benedikt XVI. war den offiziellen Verlautbarungen zufolge nie im Gemelli-Krankenhaus untergebracht. Der deutsche Pontifex hatte mit seinem Rücktritt 2013 Kirchengeschichte geschrieben – es war der erste Papst-Rücktritt seit dem Mittelalter. Benedikt war am 31. Dezember 2022 im Alter von 95 Jahren gestorben.

Der Eingriff

Leo XIV. hatte am Sonntag nach dem Angelusgebet verkündet, dass er sich „in den kommenden Tagen“ operieren lassen werde. Seine Ärzte hätten bei ihm einen Lungenknoten „in einem sehr frühen Stadium“ entdeckt. Dieser solle auf Anraten der Ärzte entfernt werden, sagte der Papst. Ein Vatikan-Sprecher erklärte später, dass der Papst danach etwa eine Woche im Krankenhaus bleiben müsse. Alle Audienzen des Papstes bis zum 20. Oktober wurden wegen des Krankenhausaufenthalts abgesagt.

Lungenknoten – also Verdichtungen des Lungengewebes – sind in den meisten Fällen harmlos, können manchmal aber auch bösartig sein.

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