Naher Osten
Die Hisbollah verliert ihren Kopf
Die schiitische Miliz Hisbollah hat durch den israelischen Militärschlag auf Beirut ihren charismatischen Anführer Hassan Nasrallah verloren. Er galt als eine der wichtigsten Figuren in der „Achse des Widerstands“, mit der der Iran Israel bekämpft – und sogar als Nummer zwei hinter Ayatollah Ali Khamenei, dem obersten Führer in Teheran.
Ein Plakat mit dem Bild des getöteten libanesischen Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah ist, zwei Tage nach seiner gezielten Ermordung durch israelische Streitkräfte, in Teheran zu sehen Foto: AFP/Atta Kenare
Es sah nach einem Zweifrontenkrieg aus, als die Miliz Hisbollah einen Tag nach dem terroristischen Großangriff der Hamas auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023 vom Libanon aus Ziele im Norden des Nachbarlandes unter Beschuss nahm. Die Organisation, von vielen Ländern als Terrororganisation bezeichnet, wollte die israelischen Streitkräfte ablenken und damit die palästinensischen Islamisten unterstützen. Und spätestens seit sich Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah am 3. Januar dieses Jahres in einer Ansprache an die Öffentlichkeit wandte, wird von der Gefahr eines Flächenbrandes im Nahen Osten gesprochen. Dabei handelt es sich längst um einen Schwelbrand. Wie bei vielen Konflikten im Nahen Osten führten auch diesmal zahlreiche Spuren nach Iran.