Südosteuropa

Die Folgen des Ukraine-Kriegs setzen ausgelaugte Balkanstaaten zunehmend unter Druck

Südosteuropa bekommt die Folgen des Ukraine-Kriegs immer stärker zu spüren. Proteste gegen Preis- und Steuererhöhungen, taumelnde Regierungen, in den Keller rasselnde Umfragewerte und der verstärkte Drang in die Emigration: In vielen der ausgelaugten Balkanstaaten beginnt es immer kräftiger zu knirschen.

Wegen der Preisentwicklung stillgelegte Tankstation im Osten der kroatischen Hauptstadt Zagreb

Wegen der Preisentwicklung stillgelegte Tankstation im Osten der kroatischen Hauptstadt Zagreb Foto: Denis Lovrovic/AFP

Ihrem Unmut ließen die Demonstranten vor dem bosnischen Regierungssitz in Sarajevo freien Lauf. „Diebe, Diebe!“, skandierten die Menschen, die letzte Woche in mehreren Städten des Vielvölkerstaats gegen die explodierenden Preise protestierten. Die Politiker würden „absolut nichts“ zur Beruhigung der galoppierenden Inflation tun, ärgerte sich Stefan Blagic, der Organisator der Proteste in Banja Luka: „Während sie sich selbst ihre Gehälter erhöhen, sind die Bürger über Nacht praktisch um 20 bis 30 Prozent verarmt.“

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