Deutschland
Die CSU-Politikerin Ilse Aigner wird Bundespräsidentin
Es war ein wochenlanger Poker um ihre Kandidatur – nun steht fest, dass Ilse Aigner von der CSU Bundespräsidentin werden soll. Wer gewonnen und wer verloren hat. Und wer sich verzockte.
Die Bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner soll die Nachfolge des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier antreten Foto: Alexandra Beier/AFP
Es steht fest: Ilse Aigner ist die Kandidatin der Unionsparteien für das Amt der Bundespräsidentin. Auch die SPD stellt sich hinter sie, vielleicht sogar die Grünen. Wird die CSU-Frau am 30. Januar von den 1.260 Mitgliedern der Bundesversammlung gewählt, wird sie das 13. Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Doch wer hat den Präsidentenpoker der letzten Wochen gewonnen, wer verloren – und wer hat sich verzockt?
Markus Söder. Der CSU-Chef ist der große Gewinner. Er brachte Aigner früh ins Gespräch, angeblich auch, um die Debatte zu verlagern: weg vom schwachen Abschneiden der CSU bei den Kommunalwahlen, hin zur Präsidentenfrage. Daheim selbst unter Druck, hat Söder Historisches geschafft, auch wenn er vermutlich nicht damit gerechnet hat: Erstmals stellt die CSU ein Staatsoberhaupt, und erstmals ist es eine Frau. Zugleich geht mit Aigner eine innerparteiliche Konkurrentin nach Berlin. Der Preis dafür: wohl das Ende aller Kanzlerträume.