Iran

Der Krieg wird zum Testfall für Trumps „America first“-Anhänger

Vor rund einem Jahrzehnt hat Donald Trump „America first“ (Amerika zuerst) zu seinem Schlachtruf erhoben. Damit erteilte er auch US-Militärinterventionen im Ausland und „endlosen Kriegen“ wie in Afghanistan und im Irak eine Absage. Der Iran-Krieg stellt seine Anhänger deshalb auf die Probe.

Trump-Anhänger diskutieren kritisch über blindes Vertrauen in Donald Trumps Entscheidungen bei politischer Versammlung

Wie lange vertrauen Trumps Anhänger noch blind seinen Entscheidungen? Foto: Getty Images via AFP

„Amerikaner werden seit vielen Jahren von Gruppen getötet, die vom Iran finanziert werden“, sagt etwa Serena Devoogd, eine 26-jährige Influencerin aus Oregon und Veteranin der US-Armee, die an der CPAC im texanischen Grapevine nahe Dallas teilnahm. „Deshalb war das längst überfällig“, sagt sie über die Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran, die nun in die fünfte Woche gehen.

Dennoch hat der Krieg im Nahen Osten einen Riss in Trumps MAGA-Bewegung (Make America Great Again) erzeugt. Umfragen zufolge ist die Zustimmung zu den Angriffen auf den Iran landesweit gesunken. Prominente Vertreter des MAGA-Lagers wie die früheren Fox-News-Moderatoren Tucker Carlson und Megyn Kelly haben den Krieg scharf kritisiert.

Vollstes Vertrauen der Basis

Die MAGA-Basis unterstützt das Vorgehen dagegen. Jüngste Umfragen des Senders CBS und der Plattform „Politico“ kommen auf Zustimmungswerte von mehr als 80 Prozent. Laut dem Umfrageinstitut Pew Research Center befürworten 69 Prozent der Wählerinnen und Wähler der Republikaner Trumps Umgang mit dem Konflikt.

„Ich vertraue ihm zu 100 Prozent“, sagt die MAGA-Anhängerin Penny Crosby in Grapevine. Trump wisse, was er tue, und er wolle die USA vor einer iranischen Atombombe schützen. Ähnlich äußert sich die 79-jährige Diane Hartgraves aus Texas. Der Iran könne „nicht verantwortungsvoll“ mit Atomwaffen umgehen, sagt sie. Zudem sei der Militäreinsatz im Iran gar kein „richtiger Krieg“. Es handele sich um Präventivangriffe, die nicht im Widerspruch zu Trumps Motto „Amerika zuerst“ stünden.

Trump selbst betonte am Freitag in einer Rede bei einem Wirtschaftstreffen in Miami, seine MAGA-Bewegung strebe nach „Stärke“ und wolle siegreich sein. Dabei verwies er auf die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar. „Ich habe dieses großartige Militär aufgebaut. Ich habe gesagt: ‚Ihr werdet es niemals einsetzen müssen‘, aber manchmal muss man es eben doch einsetzen“, sagte Trump. Kuba sei als nächstes dran, fügte er hinzu, ohne dies weiter auszuführen.

Ich vertraue ihm zu 100 Prozent

Penny Crosby

MAGA-Anhängerin

Doch es gibt auch mahnende Stimmen innerhalb von Trumps Anhängerschaft. Ray Myers aus der Region von Dallas unterstützt den Präsidenten zwar. Wenn sich der Konflikt in die Länge ziehe, werde das aber viele im MAGA-Lager befremden, sagt er voraus. „Wenn man einen Krieg beginnt, gibt es Risiken, und man weiß nie, was passieren kann“, sagt der 81-Jährige. Vor allem die steigenden Spritpreise könnten nach seinen Worten für Trump zum Problem werden. „Das ist das Barometer – die Benzinpreise“, sagt er.

Skepsis bei den jungen Republikanern

Kritisch äußert sich auch der frühere Trump-Berater Steve Bannon. Der ultrarechte Aktivist verwies in seinem „War Room“-Podcast diese Woche auf die tausenden Soldaten, die Trump derzeit zur Verstärkung in den Nahen Osten verlegen lässt. Dadurch könne der Krieg „wirklich hässlich“ werden, warnte er, vor allem im Fall einer Bodenoffensive.

Auf offene Ablehnung stößt der Krieg vor allem bei jungen Republikanern. Der 19-jährige Wirtschaftsstudent Razi Marshall sagte auf der CPAC, der Krieg nütze „den Vereinigten Staaten in keiner Weise. Er ist in Wahrheit ein völliger Fehlschlag.“ Trumps Gerede von einem „Regimewechsel“ im Iran könne zu einem langwierigen Bodeneinsatz führen, warnte er. Trump habe die Präsidentschaftswahl gewonnen, weil er gegen den Krieg im Irak gewesen sei. „Und jetzt macht er genau dasselbe, mit genau demselben Drehbuch“, führte Marshall aus.

Bei Veranstaltungen wie der CPAC bleibt solcher Widerspruch vorerst eine Randerscheinung. Die meisten Teilnehmer setzen auf Nibelungentreue zu Trump und halten den Krieg für akzeptabel, solange er „bald vorbei“ ist, wie der Präsident verspricht. Die Texanerin Hartgraves sieht jedenfalls keinen Widerspruch zum Trump-Motto: „Wenn wir selbst nicht angegriffen werden wollen, ist das doch Amerika zuerst“, sagt sie.

1 Kommentare
JJ 30.03.202616:50 Uhr

Trump Anhänger. "Um ein vollwertiges Mitglied einer Schafherde zu sein muss man ein Schaf sein." (Einstein) Die Maga-Freaks haben die Rechnung bekommen und das dicke Ende kommt noch. Die wirtschaftlichen Folgen der Chaospolitik des Potus ziehen langsam über das Land. Die "Great-Agains" können ihren Tank bald nicht mehr füllen oder haben Zahnlücken die sie nicht stopfen können. Der "american dream" sah einst anders aus.

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