Italien

Dem „Heiligen Stuhl“ geht ein Gesetz gegen Homophobie und Diskriminierung zu weit

Wegen eines „eklatanten Verstoßes gegen das Konkordat“ will der Vatikan ein von Italien erlassenes Antidiskriminierungsgesetz ändern lassen. Mit dem Gesetz will Italien gegen Homophobie und Diskriminierung vorgehen. Die vatikanischen Behörden befürchten einen Angriff auf die „Meinungsfreiheit“. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass der Heilige Stuhl in die Gesetzgebung Italiens eingreifen will.

Offensichtlich haben die beiden dieselbe Agenda: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin überreichte dem Papst am 10. Juni ein Modell des Pokals der Europameisterschaft

Offensichtlich haben die beiden dieselbe Agenda: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin überreichte dem Papst am 10. Juni ein Modell des Pokals der Europameisterschaft Foto: AFP

Wie aus italienischen Medien bekannt wurde, hatten diplomatische Kreise des Vatikans bereits am 17. Juni eine offizielle Note an die italienische Regierung gesandt. In dem von Kardinal Paul Richard Gallagher unterzeichneten Schreiben forderte der Vatikan Ministerpräsident Mario Draghi auf, einen bereits vom Abgeordnetenhaus abgesegneten Gesetzentwurf zurückzunehmen. Es handelt sich dabei um das hier genannte „Ddl Zan“, einen Gesetzentwurf des sozialdemokratischen Abgeordneten Alessandro Zan, der sich gegen Homophobie und Diskriminierung von sexuell anders orientierten Menschen richtet.

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