Slowakei
Das Attentat vertieft die Risse im gespaltenen Land
Das Opfer ist außer Lebensgefahr. Doch nur im Entsetzen über das Attentat auf Premier Robert Fico zeigt sich die tief gespaltene Slowakei geeint. Die populistische Regierung fühlt sich in ihrem Feldzug gegen die Opposition und missliebige Medien bestärkt – und macht sie für den Anschlag verantwortlich.
Dieses Bild einer Videoaufnahme zeigt links sitzend den mutmaßlichen Schützen, der am Mittwoch mehrere Schüsse auf den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico abgefeuert hat Foto: RTVS/AFP
Am Tag nach dem Attentat scheint kein Wölkchen den morgenblauen Himmel über der wuchtigen Bettenburg in der slowakischen Provinzstadt Banska Bystrica zu trüben. Geschäftig bringen die Emissäre nationaler und internationaler TV-Sender vor der Roosevelt-Klinik ihre Kameras in Position. Kurz vor neun Uhr verkündet Klinikdirektorin Miram Lapunikova hinter dem Mikrofonwald am Donnerstagmorgen endlich die erlösende Nachricht: Der Zustand von Premier Robert Fico sei zwar „weiter sehr ernst“, doch habe sich nach einer fünfstündigen Notoperation „stabilisiert“.