Österreich

Corona-Hilfen auch für Krisengewinner

In Österreich bezogen auch Unternehmen Staatsförderungen, denen Corona Rekordgewinne verschafft hatte. Jetzt wird der Ruf nach Rückzahlung laut.

Österreichs Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) hofft, dass Krisengewinner die erhaltene Corona-Hilfe freiwillig zurückzahlen …

Österreichs Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) hofft, dass Krisengewinner die erhaltene Corona-Hilfe freiwillig zurückzahlen … Foto: APA/dpa/Roland Schlager

Für die Pierer Mobility AG, die unter anderem Motorräder der Kultmarke KTM verkauft, war 2020 trotz zwei Monaten Lockdown ein Rekordjahr mit 1,53 Milliarden Erlös und einem Anstieg der Mitarbeiterzahl um 200 auf 4.600. Corona ließ die Nachfrage nach Motorrädern hochschnellen. Ein Teil des Rekordes ist freilich den staatlichen Corona-Hilfen geschuldet. Nach Angaben der SPÖ flossen 11 Millionen Euro in das Firmenimperium von Vorstand Stefan Pierer, einem ÖVP-Großspender. Etwa die gleiche Summe soll heuer an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Nach Angaben des ÖVP-geführten Finanzministeriums sollen die Corona-Hilfen dagegen unter 100.000 Euro betragen haben, weil sie sonst in der EU-Transparenzdatenbank aufscheinen müssten. Präzisere Angaben gibt es nicht, etwa, ob vielleicht die zahlreichen Tochterfirmen der Mobility AG insgesamt doch mehr bekommen haben. Transparenz ist nicht die Schwester der staatlichen Corona-Finanzierungsagentur (Cofag). Die von einem ÖVPler und einem Grünen geführte Agentur vergibt die bislang 12 Milliarden Euro Staatshilfen freihändig ohne Kontrolle durch das Parlament.

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