Österreich
Comeback-Gerüchte ohne Ende über Sebastian Kurz könnten Teil eines Geschäftsmodells sein
Österreichs gefallener Altjungkanzler arbeitet intensiv an der Befeuerung stets dementierter Comeback-Gerüchte. Die Fans könnten enttäuscht werden, wenn Sebastian Kurz den Hype um ihn nur für seine intransparenten Geschäfte nützt.
Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz vergoldet die in seiner Amtszeit geknüpften politischen Kontakte Foto: Hans Klaus Techt/APA/dpa
Die Dreier-Koalition ist nur noch ein Auslaufmodell. Die Ansage von ÖVP, SPÖ und Neos, die weitgehend wahlfreie Zeit bis 2027 für tiefgreifende Reformen zu nützen, erwies sich als leeres Versprechen. Nicht nur, dass die verkrusteten und teuren Strukturen im Bildungs-, Gesundheits- und Föderalsystem weitgehend unangetastet bleiben. Auch handwerklich liefert diese Regierung viel Murks. Jüngster Tiefpunkt: Die zwecks Inflationsbekämpfung seit 1. Juli geltende Mehrwertsteuersenkung für Lebensmittel kommt als Bürokratiemonster daher. Die Bürger spüren sie fast nicht, die Geschäftsleute schütteln nur noch den Kopf, wenn sie für eine nun nur noch mit 4,9 Prozent besteuerte Semmel doch zehn Prozent Steuer verrechnen müssen, sobald sie Wurst reinpacken, oder wenn ein eigentlich steuergesenktes Brötchen durch das Bestreuen mit Sesam wegen Überschreitung eines Fetthöchstwertes aus der Vergünstigung fällt.