Meinung
Chance auf einen versöhnlichen Abschluss auch für Merkel
Nur selten kommt ein Mitgliedsland in den Genuss, die EU-Präsidentschaft zu übernehmen. Genauer gesagt nur alle 13 Jahre. Noch seltener kommt es vor, dass dann ein- und derselbe Regierungschef diese Rolle ausfüllt, denn so lange amtiert fast keiner. Außer Angela Merkel.
Noch einmal Europa: Angela Merkel wird in den kommenden sechs Monaten nahe an den Geschicken der Europäischen Union sein Foto: AFP/Pool/Kay Nietfeld
Ihre erste Ratspräsidentschaft 2007 fiel in die Anfangsphase ihrer Kanzlerschaft, die am 1. Juli beginnende liegt an deren Ende. 2007 schon war die Gemeinschaft in der Krise, damals in einer institutionellen. Sie hatte sich schnell erweitert, viele sagten zu schnell. Ihre Arbeitsfähigkeit stand infrage. Doch eine neue Verfassung scheiterte zunächst. Schon damals hatte es Merkel mit einer gegenläufigen Bewegung zu tun, die sich seitdem noch verstärkt hat: Alle wollen zu Europa gehören – aber mit ihm möglichst wenig zu tun haben. Alle wollen mitreden. Aber keiner hören. Alle wollen Geld. Aber keiner zahlen. Mit viel Geschick ist es der Kanzlerin damals und seitdem immer wieder gelungen, Kompromisse zu finden.