Mafia

Bericht: In der Pandemie boomt in Italien das organisierte Verbrechen

Die italienischen Mafien boomen in Zeiten von Corona. Das belegt die Halbjahresbilanz der Anti-Mafia-Behörde in Rom. Neben weltweiten Geschäften, in denen sich die Clans bei in Turbulenzen geratenen mittelständischen Unternehmen engagieren, legen sie ihr Hauptaugenmerk auf den Gesundheitssektor. Auch mit Mafia-Geld wird an einem Corona-Impfstoff geforscht.

Teststation in Mondragone im Süden Italiens: Die Mafia will mit der Corona-Pandemie ihre Erlöse im Gesundheitssektor investieren

Teststation in Mondragone im Süden Italiens: Die Mafia will mit der Corona-Pandemie ihre Erlöse im Gesundheitssektor investieren Foto: AFP/Ansa/Ciro Fusco

Derzeit böten sich für das organisierte Verbrechen „Perspektiven der Bereicherung und Ausdehnung, wie sie ansonsten nur in Nachkriegszeiten zu beobachten sind“. So heißt es in dem kürzlich vorgestellten Halbjahresbericht der italienischen Antimafiabehörde DIA. Es ist die erste umfassende Analyse zur Situation des organisierten Verbrechens zu Zeiten der Corona-Krise. Die Ermittler schlagen Alarm: Die Clans nutzen die gegenwärtige „Paralyse der Wirtschaft“ unbarmherzig aus. Sie geben sich als „vertrauenswürdige und effektive Partner“ aus, die den angeschlagenen Unternehmen unter die Arme greifen wollen. Dabei reichen die Aktivitäten von Lebensmittelpaketen an arme Familien, um sich der Treue ihrer Mitglieder zu versichern, bis hin zu Krediten oder gar Beteiligungen an mittelständischen Betrieben, um sich diese dann mehr und mehr anzueignen.

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