Westjordanland

B’Tselem-Bericht dokumentiert Tötung palästinensischer Minderjähriger

Nach dem brutalen Überfall von palästinensischen Terrororganisationen, insbesondere der Hamas, auf Israel am 7. Oktober 2023 und im Zuge des daran anschließenden Krieges im Gazastreifen kam es ebenfalls zu einem Anstieg gewaltsamer Auseinandersetzungen in dem von Israel besetzten Westjordanland. Von denen sind insbesondere auch Kinder und Jugendliche betroffen.

Israelische Soldaten sind auf Patrouille auf dem Markt in der Altstadt von Nablus im besetzten Westjordanland

Israelische Soldaten sind auf Patrouille auf dem Markt in der Altstadt von Nablus im besetzten Westjordanland Foto: Jaafar Ashtiyeh/AFP

„Die tödliche, ungezügelte Gewalt“, die von den israelischen Besatzungstruppen und den Milizen der israelischen Siedler ausgeht, habe „zu einem beispiellosen Anstieg der Tötungen von Palästinensern geführt“, heißt es in dem Bericht „Unshielded childhood“ der israelischen Menschenrechtsorganisation B‘Tselem. Das israelische Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten, wie sich die Organisation noch nennt, widmet sich in ihrem Bericht vor allem den seit dem 7. Oktober 2023 im Westjordanland getöteten Kindern und Jugendlichen.

Insgesamt hätten die israelischen Streitkräfte zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 7. Juni 2026 an die 235 palästinensische Kinder und Jugendliche im Westjordanland getötet, fünf seien von israelischen „Siedlern“ getötet worden. Allein im Jahr 2025 wurden 54 palästinensische Minderjährige getötet. Das Ausbleiben von Anklagen und die Straflosigkeit nach solchen Tötungen hätten dazu geführt, dass es in der israelischen Gesellschaft zu einer Gleichgültigkeit gegenüber solchen Fällen gekommen sei, meint B’Tselem. Verstärkt wurde dies offensichtlich ebenfalls durch die Tatsache, dass im Gazastreifen seit Oktober 2023 mehr als 21.000 palästinensische Kinder getötet wurden. Dies habe nicht zu einer öffentlichen Forderung nach einer Änderung der Politik des Tötens geführt, was wiederum gezeigt habe, „wie weit die Entmenschlichung der Palästinenser in den Augen der Israelis fortgeschritten ist“, schreiben die Autoren des Berichts. Dies habe „eine Realität ermöglicht, in der das Töten von Kindern zur Routine gehört“.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Iran-Krieg

Trump droht Iran mit „Wirtschaftskrieg“