Balkan
Autoschilderstreit zwischen Serbien und Kosovo eskaliert: Truppenaufmärsche an der Grenze
Der bizarre Autoschilderstreit zwischen Kosovo und Serbien droht aus dem Ruder zu laufen. Während Belgrad seine Truppen in Grenznähe ebenso verstärkt wie die internationale Schutztruppe KFOR, verhallen die EU- und US-Appelle ungehört: Der festgefahrene Dialog der unwilligen Nachbarn ist klinisch tot.
KFOR-Soldaten marschieren am serbisch-kosovarischen Grenzübergang Jarinje an Mitgliedern einer Sondereinheit der Polizei Kosovos vorbei Foto: Armend Nimani/AFP
Panzerfahrzeuge und Blockaden, knatternde Helikopter und schwer bewaffnete Helmträger: Nicht nur der Truppenaufmarsch auf beiden Seiten von Kosovos Nordgrenze zu Serbien, sondern auch die immer schärfere Rhetorik Belgrads ruft bei manchen bereits ungute Erinnerungen an das blutige Kriegsjahrzehnt der 90er Jahre wach. Sie fühle sich an 1991 erinnert, kommentiert besorgt die serbische Oppositionspolitikerin Sanda Raskovic Ivic das „Waffengerassel“: „Doch wir haben alle genug geblutet – und verloren.“