Deutschland
Angst vor Abspaltung bei der Linken nach der Russland-Rede von Sahra Wagenknecht
Voll rein ins Fiasko. Seit der Bundestagsrede von Sahra Wagenknecht, in der sie der Bundesregierung vorwarf, einen Wirtschaftskrieg gegen Russland zu führen, brennt bei der Linken der Baum. Ostdeutsche Landtagsabgeordnete fordern den Fraktionsausschluss von Wagenknecht. Prominente Linke treten aus der Partei aus -- aus Protest gegen die Wagenknecht-Rede. Der Parteivorstand sieht die Gefahr einer Spaltung.
Sahra Wagenknecht brachte mit ihrer Rede zur Haushaltsdebatte vorige Woche Teile ihrer Partei gegen sich auf Foto: dpa/Wolfgang Kumm
Geht noch mehr Krise? Diese Woche ist sitzungsfrei im Bundestag. Abgeordnete kümmern sich um ihre Wahlkreise. Normalerweise. Doch was ist in diesen Tagen noch normal für Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch, Co-Fraktionschefs der Linken im Bundestag? Und für Martin Schirdewan und Janine Wissler, die beiden Parteichefs? Seit die ehemalige Fraktionschefin Sahra Wagenknecht in der vergangenen Woche im Bundestag ihre Russland-Rede gehalten hat, ist bei der Linken Feuer unter dem Dach. Wieder einmal griff Wagenknecht so tief in die Kreml-Kiste, dass sich zahlreiche Abgeordnete der eigenen Fraktion von ihr distanzierten und drei ostdeutsche Landtagsabgeordnete gleich ihren Ausschluss aus der Bundestagsfraktion forderten – und den Rücktritt von Mohamed Ali und Bartsch vom Fraktionsvorsitz gleich dazu.